ÜBER MICH

Intelligent, brav, schüchtern…

Mit diesen Zuschreibungen bin ich gut durch die Schulzeit gekommen. Sie haben aber auch dazu beigetragen, dass erst im Erwachsenenalter entdeckt wurde, dass ich Autistin bin.

Dass die sozialen Anforderungen des Lehrberufs nichts für mich sind, habe ich in der Ausbildung bereits früh erkannt. Im Sprechwissenschaftstudium versuchte ich noch, meine Kommunikationsschwierigkeiten auszumerzen.

Meine Diagnose brachte mich schließlich zur Psychologie und der Erkenntnis, dass ich gut bin, wie ich bin. Heute arbeite ich daran, dass Neurodiversität als normaler Teil menschlicher Vielfalt erkannt wird.

spät diagnostizierte
Autistin mit ADHS

Lisa Pointner, BA BEd MA

Abschlüsse

BA

BEd


MA

Germanistik | Karl Franzens Universität Graz

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung für die Sekundarstufe | Universität Wien

Mündliche Kommunikation und Rhetorik | Universität Regensburg

Diplome

Integrative Lerntherapeutin für Lese-Rechtschreib-Schwäche |
Duden Institute für Lerntherapie
Sprecherzieherin | Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung
Psychologische Beraterin (LSB) | pro Mente Akademie Wien

Mein Weg zur Diagnose

Nachdem ich die Schule beendet hatte und ausgezogen war, um an der Uni zu studieren, stolperte ich von einer Krise in die nächste. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, und obwohl ich von meinen Eltern voll unterstützt wurde, war alles sehr anstrengend: eine Routine einzuhalten, wenn ich jeden Tag einen anderen Stundenplan hatte, mich um meinen eigenen Haushalt zu kümmern, mich zu ernähren, Freunde an der Uni oder in der Arbeit zu finden…

Nach drei Semestern ging nichts mehr: Ich war im Burnout und hatte eine somatisierte Depression mit verschiedensten physischen und psychischen Symptomen.

Es dauerte sieben Jahre, bis ich meine klinische Diagnose bekam und das Gefühl hatte, dass ich endlich einen Sinn in meiner Biografie finden kann.

Weil es damals fast unmöglich war, Unterstützungsangebote für autistische Erwachsene zu finden und die Kombination mit ADHS noch nahezu unbekannt war, beschloss ich kurzerhand, selbst zur Expertin zu werden: Für meine Masterarbeit forschte ich zu autistischem Maskieren und aktuell bereite ich mich auf ein Doktorat an der Uni Wien vor, um mehr über neurodivergentes Maskieren und soziale Traumata herauszufinden.